Warum ein Wiedereinstieg in den Atomausstieg?
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lesen Sie auch meinen Artikel: Klimawandel durch Verschiebung der Erdachse erschienen Oktober 2007 in Welt der Esoterik
Vor einigen Jahrzehnten und ich kann mich noch gut daran erinnern, wurde in der damalige BRD beschlossen, ein Atomkraftwerk zu bauen und zu betreiben. Damals sprach man von einer friedlichen Nutzung der Atomenergie.
Doch waren damals, wie auch heute, weder die Risiken der Atomkraft noch die Endlagerung des strahlenden Atommülls zu überblicken. Trotzdem wurden in Deutschland in den letzten Jahrzehnten 17 AKWs gebaut. Proteste der Bürger wurden dagegen weitgehend ignoriert und die Atomkraft als saubere und notwendige Lösung der Stromversorgung gefeiert. Steigende Krebserkrankungen, die in der Nähe von AKWs nachgewiesen wurden, werden bis heute nicht in Bezug mit dem Berieb des Atommeilers gebracht. So ist eine Haftung der Betreiber, wie auch des Landes, ausgeschlossen.
Inzwischen häufen sich Störfälle, nicht nur bei uns in Deutschland. Immer mehr Menschen gehen auf die Strassen und wünschen die Abschaltung unsicherer Atomkraftwerke und den Ausstieg aus der Kernenergie. Doch scheint es als ob sie auf taube Ohren stoßen.
Eigentlich müsste es nachdenklich stimmen das Bayern kein Atomendlager im eigenen Bundesland genehmigt. Ich wünsche mir, dass viele Bundesländer darüber nachdenken ähnlich zu verfahren. Wenn sie sich damit überfordert fühlen können sie auch ihre Bevölkerung mit in die Entscheidung einbeziehen. Politik würde dann unter Einbezug der Bürger umgesetzt. Doch so eine Politik braucht Mut und Weitsicht, weit über die eigene Karriere hinaus reichtend.
Es gibt wirklich andere Herausforderungen, als über längere Laufzeiten unserer Atomkraftwerke zu diskutieren. Dieses Thema sollte wirklich, wie im Jahre 2000 vereinbart, abgeschlossen werden. Fritz Henke
Nun folgt ein Artikel der 2008 von mir verfasst wurde und Lösungsmöglichkeiten zeigt

Sicherlich kann ich all die Argumente, die für ein Weiterlaufenlassen unserer Atomkraftwerke sprechen, verstehen. Wenn nun noch versprochen wird, dass ein Großteil des Gewinns aus den abgeschriebenen AKWs dem Endkunden, also uns Verbrauchern, gutgeschrieben werden soll, so mag das so manchen Bürger unseres Landes milde stimmen, musste er doch in Zeiten steigender Energie- und Lebenshaltungskosten häufiger seinen Gürtel enger schnallen.
Nicht verstehen kann ich jedoch die Ignoranz unserer Kraftwerksbetreiber, die scheinbar nicht wirklich an einem Atomausstieg interessiert gewesen sind. So wurde in Deutschland im Jahre 2000 der Atomausstieg vertraglich beschlossen. Uns voraus gingen 1999 Belgien, 1987 Italien, 1980 Schweden und als erstes Land beschloss Österreich 1978 den Ausstieg aus der zivilen Nutzung der Atomkraft. Im Gegensatz zu Deutschland wurden in Österreich, den Niederlanden und Spanien Gesetze verabschiedet, die den Bau von neuen Atomkraftwerken untersagen.
Doch wo bleibt Deutschland? Im Jahre 2000 wurde hier ein mittelfristiger Atomausstieg beschlossen. Wohlweislich sollte dies nicht über Nacht und für alle 17 AKWs in Deutschland gelten. Entsprechend dem Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD würde der letzte der derzeit 17 deutschen Meiler 2022 abgeschaltet, also in 14 Jahren vom Netz gehen. Schon heute sind wegen Mängel und Revisionen bis zu 6 AKWs vom Netz. Und dennoch gibt es einen Stromüberschuss.
Ohne weiteres wäre es auch weiterhin möglich, den Stromverbrauch um einen ganz erheblichen Teil zu senken und das ganz ohne drastische Einschränkungen. Schauen wir einmal zur Autoindustrie. Auf politischen Druck setzt sie gerade etwas um, was vor kurzem noch belächelt wurde. Bei uns in der Nähe, in Schweinfurt, entsteht bei der Firma ZF Sachs, die einst die Hybridtechnik entwickelt hat, gerade eine neue Halle, in der Hybrid-Module, wie ich hörte, für vier deutsche KFZ-Hersteller gefertigt werden. Autohersteller denken auch über Konzepte nach, bei denen ein Benzin-, Gas- oder Dieseltriebwerk mit einem Elektromotor zur Fortbewegung dient. Hier soll unabhängig mit Elektro- oder Verbrennungsmotor gefahren werden. Solche Kreativität kann ich bei den Stromerzeugern noch nicht erkennen.
Das Märchen der Kosten und der billige Atomstrom.
Das Einzige, was billig ist an einem Atomkraftwerk, ist der Brennstoff Uran. Die Baukosten eines Atomkraftwerkes sind im Vergleich zu herkömmlichen Kraftwerken enorm hoch. Der Sicherheitsstandard eines AKWs sollte einem Flugzeugabsturz und Raketenangriff standhalten. Das ganze Kraftwerk sollte hermetisch dicht sein. Klimaanlagen, Luftschleusen und der Wasserkreislauf sollten keinerlei Radioaktivität nach außen lassen. Lieber Leser, Sie werden gehöhrt haben das es nicht so ist. Deutsche AKW´s sind nicht wirklich Terrorsicher. Auch kann die Dichtigkeit innerhalb der Kraftwerks wie auch nach aussen nicht zu 100 Prozent gewährleistet werden. Der technische Aufwand und die Wartungs- und Personalkosten sind in einem AKW entsprechend hoch und in keiner Weise vergleichbar mit herkömmlichen Kraftwerken. Und der so billige Brennstoff Uran fordert vom Abbau bis zur Endlagerung verstrahlte, kranke und tote Menschen.
Doch in Zeiten des Klimawandels, der von Menschen verursacht wird, wird versucht, Atomstrom als sauber, umweltverträglich und billig anzupreisen.
Der Ausstieg aus der Kernenergie ist möglich. Neue Braunkohlekraftwerke, die ihr CO2 in die Tiefen unserer Erde pressen, zeigen alles andere als Weitsicht.
Windparks in der Nordsee? Warum werden sie nicht unter Wasser als Gezeitenkraftwerk eingesetzt? Seit vielen Jahren wird ein Gezeitenkraftwerk in Schottland betrieben. Der Wirkungsgrad ist sehr viel höher als berechnet. Die Unterwasserturbinen brauchen nicht die Ausmaße eines Windrades. Sie sehen eher aus wie Flugzeugturbinen. Wasser ist träge, es bewegt sich langsam aber mit ungeheurem Druck durch die Turbine und das gleich zweimal. Das Wasser fließt hinein und zurück.
Doch sollte meiner Meinung nach die Maxime dahin gehen, Strom da zu erzeugen, wo er gebraucht wird. Das wäre im Haus oder beim Betrieb. Strom wird teuer, wenn er auf Privatdächern produziert und ins nächstgelegene Kraftwerk eingespeist wird. Der Produzent erhält einen guten Preis für seinen gelieferten Strom. Seine Anlage wird mit günstigen Krediten subventioniert. Die Zeche zahlt der Verbraucher. Allerdings brauchen die Kraftwerksbetreiber nicht investieren und die Anlagen warten.
In dem Moment, wo es sich rechnet, die Privatanlagen selbst zu nutzen und der Strom auch länger gespeichert werden kann, würde dies Sinn machen. Stromverluste, die auf den langen Einspeisewegen entstehen, blieben aus und es würde nur das an Strom vom Netzanbieter zugekauft, was benötigt wird.
Im Moment werden die Kraftwerke bei einem Überangebot an Sonnenstrom gedrosselt. Bei Atomkraftwerken ist es ein nicht ungefährliches Unterfangen. Atomkraft kann nicht schnell abgestellt werden und so steht der Aufwand nicht wirklich einer Einsparung gegenüber.
Windkraft versorgt auch heute noch abgelegene Häuser oder Farmen mit Strom. Doch haben neue Windkraftanlagen, die für Ein- und Mehrfamilienhäuser geeignet sind, nichts mehr mit dem südländischen Flair damaliger Windräder gemeinsam. Die neuen Anlagen lassen sich in die Architektur eines Hauses oder einer Siedlung integrieren. Schon die alten Plantagen am Mississippi waren so ausgerichtet, dass der kühle Wind des Flusses durch eine lange Baumpromenade zum Haus geleitet wurde. Die Fenster sind so angeordnet, dass durchgelüftet werden kann. Heute gibt es verschiedene Antriebstechniken, um die Windenergie zu nutzen. In Siedlungen ist es wichtig, dass sie fast geräuschlos arbeiten. Einst haben die Satellitenschüsseln die Gemüter bewegt. Und heute? Niemand wünscht sich noch die alten Antennenbäume zurück.
So hoffe ich, dass wir im Jahr 2022, wenn kein Atommeiler mehr am Netzt ist, wirklich nichts vermissen, weil wir sehr viel dazu gewonnen haben. Wir in Deutschland haben das Zeug dazu, auch hier eine Vorreiterposition einzunehmen, die weit mehr Arbeitsplätze sichert als die Atomindustrie.
Wir leben in Arnstein, einer fränkischen Kleinstadt, und nicht weit von uns befindet sich ein gigantisches Kollektorfeld, welches ausreicht, die Stadt mit Sonnenstrom zu versorgen.
Das Kollektorfeld ist frei zugänglich und nicht durch Zäune gesichert. Oftmals sehe ich sogar Schafherden, die unter den riesigen Kollektoren weiden können, weil kaum Fläche versiegelt wurde.


Bilder: Fritz Henke
Quelle: Solarpark Gut Erlasee Gesamtnominalleistung: 12 Megawatt (peak)
• Investitionsvolumen: zirka 70 Mio. EUR
• Fläche: 77 Hektar
• Photovoltaikanlagen: 1.408 SOLON-Mover
• Jährliche Stomproduktion: 14.000 MWh
• Jährliche CO2-Ersparnis: zirka 7.700 Tonnen
Autor: Fritz Henke 05.08.08