Die Grenzen der Esoterik
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Waren es einst die Kaiser und Könige nach denen sich die Menschen ausrichteten, so übernahmen später die Religionen diese Funktion. Als die Wichtigkeit des Beweisbaren in den Vordergrund trat, entstanden Wissenschaften die wiederum Halt und Ordnung gaben und denen die Menschen vertrauten, besser an die sie glaubten. Doch eine wirkliche Zufriedenheit trat nie ein. Die Suche im Außen und die damit verbundene Abgabe der Verantwortlichkeit konnten die Zweifel und Ängste bei den Menschen nicht ausgleichen.

In der heutigen Zeit gibt es den Begriff der Esoterik und wieder sind es viele Menschen die diesen Weg gehen und dogmatisch ihren Führen folgen, ob nun sichtbar als Guru, Meister oder unsichtbar als Geistführer. Eine Gleichwertigkeit ist oftmals nicht vorhanden und so scheint es "in" zu sein in so genannten esoterischen Kreisen zu sagen: "Das kam mir so in den Kopf oder es war einfach ein Impuls von Innen den ich umgesetzt habe, noch besser: "Das war nicht von mir, das sind nicht meine Worte." Die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Die Lehre der Esoterik beinhaltet doch ein Wissen von Innen, ein Wissen um die Einheit mit allem Sein. Warum leben dann so viele Esoteriker Trennung. Trennung ihrer Gedanken, Trennung ihrer Handlungen, Trennung ihrer Gefühle und Trennung ihrer Körper? Und warum führen sie Glaubenskriege für Recht und Unrecht? Warum kämpfen sie für das Beweisbare?

Ganz einfach, weil die Esoterik das Wissen der Geschichte, also der Könige und Kaiser wie auch das Wissen der Weltreligionen und auch das Wissen der Wissenschaften in sich trägt. Die Suche im Außen ist halt zeitgemäß geworden, sie hat sich angepasst wie auch all die alten Verhaltensmuster die jetzt neu gelebt werden dürfen. Da wird nicht mehr von dummen und blöden Mitmenschen gesprochen. Jetzt heißt es: "Du bist halt noch nicht so weit. Die einstige Ohrfeige wird nun mit dem Aurafoto, welches ein im Herzen befinden dokumentiert, unterlegt. Alles im Namen des Alleinen. Doch was hat sich wirklich verändert?

Ein jeder Mensch kann sich fragen ob er weiterhin das Wissen und die Erfahrungen anderer Menschen unüberprüft, und damit meine ich nur mit dem Verstand und der Logik die ihm obliegt, aufnimmt oder ob er bereit ist all seine Sensoren auszufahren um viel mehr Informationen auf den feinen Ebenen, der Gefühle zu erhalten.

Das Transformieren und Loslassen geschieht oftmals aus der Ablehnung der Situationen. Demnach kann es nicht funktionieren, weil es keine Annahme in sich trägt. Beispiel: Ich lebe als so genannte Wüstensau mein Leben bis ich erfahre, dass dies nicht richtig ist. Ich weiß nicht warum denn ich habe gerne so gelebt, aber es scheinen gute Argumente zu sein und so sehe ich ein, falsch gehandelt zu haben.

Doch es ist tiefer gegangen obwohl ich es nicht bemerkte. Ich fühle mich, wenn auch nur ein ganz kleines bisschen, als falscher Mensch. Im Unterbewusstsein hat sich der Satz: "Ich bin falsch" eingebrannt und ab jetzt bestimmt er unbewusst mein Leben bis zur Bewusstwerdung.

Nach außen verändere ich mein handeln um nicht aufzufallen, doch immer wieder kommen Anteile an die Oberfläche, besser in den physischen Ausdruck, die ich einst gerne lebte und diese muss ich kontrollieren lernen und in den Griff bekommen, damit ich nicht auffalle als falscher Mensch. Ein stetiger innerer Kampf findet nun in mir statt.

Doch was ist passiert? Ganz einfach, ich habe die Polarität oder die Seite gewechselt. Fühlte ich mich doch einst als falsch, nicht richtig so bin ich jetzt gesellschaftsfähig, beliebt und vielleicht ist es mir möglich ein wenig zufriedener oder glücklicher zu sein. Einfacher gesagt, mich mehr anzunehmen in meinem Handeln, Denken und Tun.

Doch ab jetzt lebe ich ein anderes Extrem und dies lässt mich schnell auf die anderen Mitmenschen verweisen die nicht bereit sind zu verändern, die stumpf vor sich hin leben. Die Proleten, der Abschaum der Gesellschaft, ja die korrupten, arroganten und nicht gottesfürchtigen Geschöpfe.

Gibt es sie wirklich? Aus meiner neuen Sichtweise, meinem neuen Verständnis und der passenden modischen Brille ja, es ist meine Realität, meine Wahrheit geworden und ich bin mittendrin sie zu leben, ohne zu sehen das ich einst genauso gelebt, genauso gedacht habe ja, genauso von meinen Mitmenschen gesehen wurde.

Kam da nicht jemand der mir sagte: "Das ist nicht richtig wie Du Dein Leben lebst?" Und nun? Nun bin ich einer der es den Anderen sagt. Warum? Weil ich nicht wirklich verändern möchte, darum. Und dieses Recht hat ein jeder Mensch. Jeder ist richtig da wo er steht, denn er, und niemand anders, hat sich dort hingestellt und er ist frei ob er dort stehen bleiben möchte oder weitergeht. Ob er verändern möchte oder ob ihm sein Leben gefällt. Die Zwänge die wir uns auferlegt haben nehmen ab. Ich muss nichts, wirklich nichts mehr verändern und erreichen, transformieren, umsetzen, usw. Ich darf es, wenn ich es für richtig halte und möchte.

Jeder Mensch hat die gnadenlose Freiheit sich selbst zu leben, sein Leben selbst zu gestalten und sich in seinem Leben selbst zu erfahren. Er hat die Möglichkeit, und nur so hat er die Möglichkeit seine Fähigkeiten und Talente zu entwickeln, aufzuhören mit dem Vergleichen zu seinen Mitmenschen. Er ist einzigartig und Ausdruck des Alleinen in seiner Vielfalt und Unterscheidungsform.

Es ist noch hilfreich in schwarz und weiß, in gut und böse zu denken und einzuteilen. Nur so lernen wir wo wir uns hinstellen und was wir ablehnen. Ja, und das sind unsere Brüder und Schwestern oder wir in einem anderen Gewand.

So lange die spirituelle Szene Schwierigkeiten hat mit dem Annehmen vom Rest der Welt, solange hat auch der Rest der Welt Schwierigkeiten mit dem Annehmen der spirituellen Szene. Braucht eine geistige Elite eine physische Elite gleich Armeen? Irgendwann braucht es dann vielleicht keine spirituelle Szene gleich bessere und weitere Menschen, die für die Anderen etwas tun, weil sie erkannt haben was der Rest der Welt für sie tut.

Dann braucht es auch keine Abgrenzungen mehr, weil es doch nur ein Ziel gibt, sich zu leben in all seinen Ausdrucksformen und Einzigartigkeit. Und wer könnte das besser als jeder für sich. Dann fängt unsere Lebensmünze an zu rotieren, sie zeigt beide Seiten.

Doch die wahrscheinlich größte Schwierigkeit liegt sicherlich darin sich selbst in seinem Handeln und Denken, wie auch in seinem Tun anzunehmen. Das Annehmen seiner Verhaltensmuster, seiner Glaubensmuster und Überzeugungen und Umsetzungen. Sich anzunehmen für seine Entscheidungen und die damit verbundenen Konsequenzen. Sich darin anzunehmen durch die Gesellschaft gelebt zu haben oder gelebt zu werden. Sich darin anzunehmen sich nicht annehmen zu können.

Und dann die Freude darüber leben zu dürfen wie man es möchte, die Freude darüber in jeder Sekunde verändern zu können, wenn man verändern möchte. Freude auch darüber die Welt anders sehen zu können, sie verstehen zu lernen. Und das ist ganz anders als gedacht.

Persönliche Anmerkung: Die Ausrichtungen nach dem Vorgaben der Gesellschaft haben mich nicht wirklich zufrieden werden lassen. Das Streben nach etwas Höherem hat mich nicht wirklich aus meiner Minderwertigkeit geführt. Das angelesene und nach meinem Geschmack veränderte Wissen hat mich engstirnig, dogmatisch, rechthaberisch und belehrend werden lassen. Kurz gesagt, ich bin kein wirklich glücklicher Mensch geworden, obwohl ich das von mir geglaubt habe. Schmerzhaft für mich war die Erfahrung zu fühlen, dass es nicht so war sondern nur ein Glaubenssatz, eine Illusion. So wünsche ich allen viel Spaß am Leben.

Liebe Grüße Fritz