Ein kleines Gleichnis: Das Meer
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Schaun wir uns das Meer an und nehmen bewusst die Energie, die Kraft des Wassers wahr, so spüren wir Einheit. Nun richten wir den Fokus auf einen Wassertropfen, der sich an der Wasseroberfläche befindet. Er ist ein Wassertropfen von unzähligen Wassertropfen, und ohne die anderen Wassertropfen wäre er nicht vorhanden, nicht existent.

Dieser Wassertropfen wird im Laufe seines Daseins alle Ebenen des Meeres durchlaufen. Er wird in den Tiefen des Ozeans ebenso Erfahrungen sammeln, wie in den höheren Schichten. Er wird sich mit warmen Quellen verbinden und seine Schwingung verändern. Und er wird irgendwann einmal an der Oberfläche ankommen und vom Sonnenlicht durchflutet.

Dann beginnt er mehr und mehr seine Schwingung zu erhöhen und steigt auf, er verdunstet und wird für uns unsichtbar. Verloren gegangen ist er nicht, denn irgendwann einmal wird er wieder in die Stofflichkeit eintreten, und als Regentropfen, an einem anderen Ort, hinabregnen. Er kommt auf der Erde an, und hat vielleicht nur ein kurzes Dasein, weil er auf einen warmen Stein gefallen ist. Schon ist er wieder verschwunden, vertrocknet und dennoch nicht weg.

Stellt euch vor, alle Wassertropfen möchten an der Oberfläche schwimmen und verdampfen. Alle möchten sie aufsteigen. Es gäbe kein Meer, keinen Ozean. Denn erst durch die Wassertropfen in den unteren und tiefsten Schichten kann sich ein Ozean, ein Meer und ein See bilden. Jedes für sich eine Einheit und alles untereinander in Bewegung, in Kommunikation und verbunden. Immer wieder steigen Wassertropfen ab und durchlaufen alle Ebenen, bis sie wieder zurückkehren. Manchmal nehmen sie auch feste Körper an und fallen als Schnee oder Hagel zu Tal. Ein ewiger Kreislauf, bei dem nicht ein Wassertropfen verloren geht. Wohin sollte er ziehen, ins Weltall?

Mit uns Menschen ist es sicherlich ähnlich. Auch wir steigen immer wieder hinab und durchlaufen die unterschiedlichsten Formen der Stofflichkeit. Einige Seelen befinden sich noch auf dem Abstieg, während andere wieder zurückkehren, ein ständiger Austausch. Unsere äußere Persönlichkeit teilt schön ein in Entwicklungsstufen und Reifegrade. Es schmeißt sich so manchesmal in Schale und möchte besonders schön glänzen. Dabei nimmt nur eine andere Seele, ein anderer Mensch, meinen Platz ein, und ich gehe auf eine höhere oder tiefere Bewusstseinsebene. Zuvor hatte noch ein anderes Wesen meinen Platz. Die Erinnerung, dass ich selbst einmal so stofflich war, ist noch vorhanden. Vielleicht brauche ich das nächste Mal nicht ganz so tief tauchen, oder ich melde mich für den totalen Abstieg, um anderen verirrten Seelen zu helfen. Wenn ich erkenne, dass mich die Stofflichkeit der anderen Seelen trägt, kann ich sie nutzen, um mich im Ozean des Alleinen zu bewegen. Ohne sie würde ich wie der Wassertropfen ins Nichts fallen und vielleicht im Fall verdunsten.

Ende 04.04.98 Fritz