Libyenkonflikt 19.März.2011 Fritz Henke
zurück zu Aktuell
Auch wenn sich Mehrheiten für ein Flugverbot aussprechen, teile ich nicht uneingeschränkt diese Haltung. Im Moment sehe ich eine Art Strohfeuer, welches arabische Völker in den Bann der Befreiung zieht. Doch nicht alle haben die Kraft die Konsequenzen der Freiheit zu leben, wie es sich im Jemen zeigt. Völker leben in einem Kollektivbewusstsein, welches idiologische, wie auch weltliche Werte und Rahmenbedingungen vorgibt. Diese können nicht einfach über den Haufen geworfen werden.
Freiheit ist kein Endzustand sondern eine stetige Entwicklung, die auch mit Einsicht und Verständnis zu tun hat. Selbst bei uns in Deutschland sehen wir gerade im Moment wie sehr sich Freiheit ausdehnt, sich neu entwickelt. Doch glaube ich, dass wir die Stärke aktiviert haben, die damit verbundenen Konsequenzen eigenverantwortlich zu leben. Dann wird der Ruf der Anklage immer kleiner, weil jeder Bürger seinen Platz einnimmt, damit Veränderung entstehen kann.
Eine Flugverbotszone über Libyen einzurichten hört sich moderat an, ist aber ein Militärischer Eingriff in ein anderes Kollektivbewusstsein mit anderen Regeln. So freut es mich, dass Deutschland sich bei der Abstimmung enthalten hat. Wir könnten sonst, wenn es denn zu diesem Akt der Gewalt kommt, noch stärker ins Feld des Terrorismus geraten.
Die Bevölkerung von Libyen wird die Kraft und Stärke erreichen, damit Demokratie entstehen kann. Demokratie wurde noch nie durch militärische Gewalt erreicht. Auch nach der Festnahme von Saddam Hussein war im Irak kein Frieden, sondern das Land endete im Chaos, das bis heute nicht wirklich stabilisiert wurde. So sehe ich die Möglichkeiten, die gegen Gaddafi eingeleitet wurden, mittel- bis langfristig als die richtige Wahl. Sie isolieren den Staatschef und geben dem Volk die Möglichkeit das nötige Wachstum für eine einfache Form der Demokratie zu erreichen. Gruß, Fritz Henke