Arzneimittel zu teuer für Todgeweihte?
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Wo haben wir uns nur hinbewegt, wenn Menschen als Kostenfaktor berechnet werden? Es sind Menschen die nicht mehr die Stimme ihrer Seele hören und sich überfordern für ein wenig Annerkennung und einen sicheren Job. Und es gibt Menschen die genau dieses wissen und davon profitieren.

Wurde zuvor noch von Ethik und Moral gesprochen wenn es um den Freitod auf verlangen geht, so wird nun darüber nachgedacht in wie weit neue, teuere Medikamente bei sogenannten aussichtslosen Fällen von den Krankenkassen noch bezahlt werden. Geht es hier um die Kostennutzenrechnung eines sterbenskranken Menschen? Wer entscheidet wie viel Tage länger er leben könnte, wenn ein teueres Medikament verabreicht wird?

Sollte es nicht vielmehr darum gehen einem Sterbenskranken all die Hilfe zur Verfügung zu stellen, die ein menschenwürdiges Leben bis zum Schluss ermöglicht. Die Lebensqualität sollte die Grundlage sein wenn es um die Betreuung eines Sterbenden geht. Das heißt für mich ihm zu ermöglichen die noch verbleibende Zeit zu nutzen und ihn zu guter letzt schmerzfrei und bei vollem Bewusstsein sterben zu lassen. So würde ein Dienst am Nächsten umgesetzt, der die Angst vor dem sterben mindert und den Sterbenden nicht motiviert aus Angst vor Siechtum und mangelnder persönlicher Zuwendung zur Tablette zu greifen.

Warum sollte ein schwerkranker Mensch nicht auch alternative Methoden, die derzeit noch nicht wissenschaftlich beweisbar sind, aber durchaus hilfreich sein können, über die Krankenkassen abrechnen dürfen? Wenn es um das Wohlbefinden eines kranken Menschen geht, So kann schon das Halten einer Hand und ein paar liebe Worte mehr Hilfe sein als eine Tablette.

Und bei der Tablette darf darüber nachgedacht werden ob die Pharmaindustrie nicht Kostendeckend arbeiten kann wenn sie teure Medikamente sehr viel preiswerter anbietet und dadurch einen deutlich höheren Absatz erzielt. Menschlichkeit hat ein anderes Gesicht als Zahlen und beim Dienen sollte nicht der Verdienst im Vordergrund stehen.

Autor: Fritz Henke Juli 2008