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lesen Sie auch meinen Artikel: Klimawandel durch Verschiebung der Erdachse erschienen Oktober 2007 in Welt der Esoterik


Ich kann Radioaktivität fühlen!

Es war auf der Heimreise von Norwegen über Schweden, als ich mit meiner Familie durch dicht bewaldete Strassen Richtung Göteborg unterwegs war. Ein sehr unangenehmes Gefühl, welches für mich absolut neu war, erfüllte mich in einem Waldgebiet in der Nähe von Göteborg. Es gab bis dahin nichts Vergleichbares für mich. Wir fuhren weiter und die Strasse machte eine Linkskurve, als ich die Kuppel eines Kernkraftwerkes sehen konnte. Obwohl mir klar war, dass wir soeben durch eine, sagen wir einmal leicht radioaktive Wolke gefahren sind, blieb ein Restzweifel.

Viele Jahre später wachte ich morgens auf und da war es wieder, dieses mir nicht unbekannte Gefühl. Es gab keinen sichtbaren Grund dafür und ich stand auf und fuhr zur Arbeit. Die erste Meldung in den Nachrichten an diesem Tag war das Reaktorunglück in Tschernobyl. Von nun an konnte ich wie ein Geigerzähler die Erhöhung und die Abnahme der Strahlenbelastung in der Atmosphäre im Laufe des Tages wahrnehmen. Und ich war sehr viel schneller und präziser darin, als alle Rundfunkanstalten. Doch stimmte die Berichterstattung in den Medien nicht immer mit meiner Wahrnehmung überein. Auch spürte ich sehr genau welche Lebensmittel weniger und welche sehr hoch mit Radioaktivität belastet waren. Es waren nicht nur Lebensmittel, sondern auch Stadtteile die eine unterschiedliche, sagen wir ruhig Strahlung abgaben. Trotz alle dem gab es bei mir keine Panik oder Angst.

Im Laufe meines Lebens kam ich, wie auch alle Menschen, immer wieder mit Radioaktivität in Kontakt. Der einzige Unterschied liegt lediglich darin das ich es fühlen kann. So scheute ich mich nicht einen aufgestellten Informationscontainer über Kernenergie in der Innenstadt zu betreten. Auch hier spürte ich schon vor dem betreten Radioaktivität. Drinnen knisterten Geigerzähler und den Besuchern wurde erklärt, dass es sich dabei um die natürliche Radioaktivität, die sich in der Atmosphäre befindet, handelt. So etwas gibt es, aber die kann ich, Gott sei dank, nicht fühlen, denn es gibt einen Unterschied zwischen natürlicher und von Menschen geschaffener Radioaktivität. Gleiches gilt für natürliche Hochspannung die sich in Gewittern entlädt und von Menschen geschaffener Hochspannung. Und dann gibt es noch die Ausstrahlung von Angst. Diese Strahlung ist nach meinem Empfinden dem Energiefeld der irdischen Macht sehr ähnlich.

Seit den Demonstrationen in Stuttgart gegen die Deutsche Bahn wird von Planungssicherheit gesprochen. Planungssicherheit kann aber nur entstehen, wenn die Bürger vorher mit einbezogen werden bei Projekten, die einen grundlegenden Einfuß auf ihr Umfeld oder ihr Leben haben. Die Debatte über längere Reaktorlaufzeiten bei uns in Deutschland gehört dazu.

Radioaktivität hat einen Einfluss auf unserer Leben. Sie kann das Erbmaterial von Pflanzen, Tieren und natürlich auch von uns Menschen, schädigen. Der Schaden der durch längere AKW Laufzeiten entstehen kann ist in keiner Weise zu überblicken. Und ich finde es fehlt eine wirkliche Haftung. Wer kann überhaupt für verstrahlte Böden, Pflanzen, Tiere und Menschen eine Haftung übernehmen? Die Betreiber von Atomkraftwerken leugnen noch immer den Zusammenhang von Strahlung und Leukemiefällen, insbesondere bei Kindern, in der Nähe eines Atomkraftwerks.

Planungssicherheit brauchen auch die Bürger dieses Landes, die mehrheitlich den vereinbarten Ausstieg aus der Atomkraft wünschen. Mag sein, dass unsere Kanzlerin das noch nicht so sieht oder sehen will, wenn sie die Meinung vertritt, dass sie als Atomkanzlerin mehrheitlich vom Volk gewählt wurde und somit ohne die Zustimmung des Bundesrates einen beschlossenen Vertrag aufkündigen kann.

In den letzten Jahren hat sich etwas sehr positives verändert. Die Bürger setzen sich friedlich für ihre Ziele ein und unsere Rechsprechung entscheidet immer häufiger im Sinne der Bürger. Die Mehrheitsverhältnisse der Parteien haben sich stark verändert, so dass ein Alleinherrschen nicht mehr möglich ist. Und nun geht noch das Volk auf die Strasse, weil es miteinbezogen werden möchte in Entscheidungen, die unmittelbar ihr Leben beeinflussen. Wir stehen sozusagen vor einem Quantensprung für ein neues Miteinander zwischen den Volksvertretern und uns, den Bürgern des Landes.

Ich glaube in Zukunft gibt es Planungssicherheit nur, wenn alle Bürger miteinbezogen werden und diese kann niemals eingeklagt werden. Es sollte das Recht auf Planungssicherheit jedem auf der Erde lebenden Geschöpf zustehen.

Planungssicherheit, die es auch beim beschlossenen Atomausstieg gab, wird gerade ausgehebelt.

Heute spricht man von einer Brückentechnologie wenn es um Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken geht. Zwar wurde in Deutschland im Jahre 2000 der Atomausstieg vertraglich beschlossen. Wohlweislich sollte dies nicht über Nacht und für alle 17 AKWs in Deutschland gelten. Entsprechend dem Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD würde der letzte der derzeit 17 deutschen Meiler 2022 abgeschaltet, also in 14 Jahren vom Netz gehen. Schon heute sind wegen Mängel und Revisionen bis zu 6 AKWs vom Netz. Und dennoch gibt es einen Stromüberschuss.

Ohne weiteres wäre es auch weiterhin möglich, den Stromverbrauch um einen ganz erheblichen Teil zu senken und das ganz ohne drastische Einschränkungen. Schauen wir einmal zur Autoindustrie. Auf politischen Druck setzt sie gerade etwas um, was vor kurzem noch belächelt wurde. In Schweinfurt, bei der Firma ZF Sachs, die einst die Hybridtechnik entwickelt hat, wurde gerade eine neue Halle, in der Hybrid-Module für vier KFZ-Hersteller gefertigt werden, eingeweiht. Autohersteller denken auch über Konzepte nach, bei denen ein Benzin-, Gas- oder Dieseltriebwerk mit einem Elektromotor zur Fortbewegung dient. Hier soll unabhängig mit Elektro- oder Verbrennungsmotor gefahren werden. Solche Kreativität kann ich bei den Stromerzeugern noch nicht erkennen.

Das Märchen der Kosten und der billige Atomstrom.

Das Einzige, was billig ist an einem Atomkraftwerk, ist der Brennstoff Uran. Die Baukosten eines Atomkraftwerkes sind im Vergleich zu herkömmlichen Kraftwerken enorm hoch. Der Sicherheitsstandard eines AKWs soll einem Flugzeugabsturz und Raketenangriff standhalten. Das ganze Kraftwerk muss hermetisch dicht sein. Klimaanlagen, Luftschleusen und der Wasserkreislauf dürfen keinerlei Radioaktivität nach außen lassen, was leider nicht der Fall ist. Der technische Aufwand und die Wartungs- und Personalkosten sind in einem AKW entsprechend hoch und in keiner Weise vergleichbar mit herkömmlichen Kraftwerken. Und der so billige Brennstoff Uran fordert vom Abbau bis zur Endlagerung verstrahlte, kranke und tote Menschen. Doch in Zeiten des Klimawandels, der von Menschen verursacht wird, wird versucht, Atomstrom als sauber, umweltverträglich und billig anzupreisen.

Der Ausstieg aus der Kernenergie ist möglich. Neue Braunkohlekraftwerke, die ihr CO2 in die Tiefen unserer Erde pressen, zeigen da alles andere als Weitsicht.

Windparks in der Nordsee? Warum werden sie nicht unter Wasser als Gezeitenkraftwerk eingesetzt? Seit vielen Jahren wird ein Gezeitenkraftwerk in Schottland betrieben. Der Wirkungsgrad ist sehr viel höher als berechnet. Die Unterwasserturbinen brauchen nicht die Ausmaße eines Windrades. Sie sehen eher aus wie Flugzeugturbinen. Wasser ist träge, es bewegt sich langsam aber mit ungeheurem Druck durch die Turbine und das gleich zweimal. Das Wasser fließt hinein und zurück.

Doch sollte meiner Meinung nach die Maxime dahin gehen, Strom da zu erzeugen, wo er gebraucht wird. Das wäre im Haus oder beim Betrieb. Strom wird teuer, wenn er auf Privatdächern produziert und ins nächstgelegene Kraftwerk eingespeist wird. Der Produzent erhält einen guten Preis für seinen gelieferten Strom. Seine Anlage wird mit günstigen Krediten subventioniert. Die Zeche zahlt der Verbraucher. Allerdings brauchen die Kraftwerksbetreiber nicht investieren und die Anlagen warten.

In dem Moment, wo es sich rechnet, die Privatanlagen selbst zu nutzen und der Strom auch länger gespeichert werden kann, würde dies Sinn machen. Stromverluste, die auf den langen Einspeisewegen entstehen, blieben aus und es würde nur das an Strom vom Netzanbieter zugekauft, was benötigt wird.

Im Moment werden die Kraftwerke bei einem Überangebot an Sonnenstrom gedrosselt. Bei Atomkraftwerken ist es ein nicht ungefährliches Unterfangen. Atomkraft kann nicht schnell abgestellt werden und so steht der Aufwand nicht wirklich einer Einsparung gegenüber.

Windkraft versorgt auch heute noch abgelegene Häuser oder Farmen mit Strom. Doch haben neue Windkraftanlagen, die für Ein- und Mehrfamilienhäuser geeignet sind, nichts mehr mit dem südländischen Flair damaliger Windräder gemeinsam. Die neuen Anlagen lassen sich in die Architektur eines Hauses oder einer Siedlung integrieren. Schon die alten Plantagen am Mississippi waren so ausgerichtet, dass der kühle Wind des Flusses durch eine lange Baumpromenade zum Haus geleitet wurde. Die Fenster sind so angeordnet, dass durchgelüftet werden kann. Heute gibt es verschiedene Antriebstechniken, um die Windenergie zu nutzen. In Siedlungen ist es wichtig, dass sie fast geräuschlos arbeiten. Einst haben die Satellitenschüsseln die Gemüter bewegt. Und heute? Niemand wünscht sich noch die alten Antennenwälder zurück.

So hoffe ich, dass wir im Jahr 2022, wenn kein Atommeiler mehr am Netzt ist, wirklich nichts vermissen, weil wir sehr viel dazu gewonnen haben. Wir in Deutschland haben das Zeug dazu, auch hier eine Vorreiterposition einzunehmen, die weit mehr Arbeitsplätze sichert als die Atomindustrie.

Autor: Fritz Henke 15. August 2010